EmpCo-Richtlinie: Greenwashing-Verbot und Auswirkungen für Onlineshops

EmpCo-Richtlinie: Greenwashing-Verbot und Auswirkungen für Onlineshops

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EmpCo-Richtlinie: Greenwashing-Verbot und Auswirkungen für Onlineshops

Viele Onlineshops werben mit Begriffen wie „nachhaltig“, „umweltfreundlich“, „klimaneutral“, „grün“, „fair“, „natürlich“, „recycelbar“ oder „plastikfrei“. Das klingt gut. Aber genau diese Begriffe werden ab 2026 deutlich sensibler.

Für Onlinehändler:innen bedeutet das: Nachhaltigkeitskommunikation muss konkreter, nachvollziehbarer und besser belegbar werden – nicht nur im Shop, sondern auch in Ads, Newslettern, Social Media und KI-generierten Texten.

Lesezeit: ca. 11 Minuten Kategorie: Recht & Shopkommunikation Stand: 2026

Die EmpCo-Richtlinie der EU soll Verbraucher:innen besser vor irreführenden Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen schützen. Das heißt nicht, dass du gar nicht mehr über bessere Materialien, Verpackungen oder nachhaltigere Prozesse sprechen darfst.

Aber du solltest nicht mit großen grünen Begriffen arbeiten, wenn du nicht genau erklären und belegen kannst, worauf sich die Aussage bezieht.

Dieser Beitrag gibt praktische Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung. Bei konkreten Aussagen, Claims, Siegeln oder CO₂-Versprechen sollte dein Shop rechtlich geprüft werden.

Was ist die EmpCo-Richtlinie?

EmpCo steht für „Empowering Consumers for the Green Transition“. Gemeint ist die Richtlinie (EU) 2024/825. Sie ändert unter anderem die Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken und die Verbraucherrechte-Richtlinie.

Ziel ist, Verbraucher:innen besser vor Greenwashing und anderen irreführenden Praktiken zu schützen. Besonders wichtig für Shops: Die Regeln betreffen vor allem B2C-Kommunikation – also Kommunikation gegenüber Verbraucher:innen.

Umweltclaims können im Onlineshop selbst stehen, aber auch auf Produktseiten, Kategorieseiten, Bannern, Landingpages, Instagram-Posts, Ads, Newslettern, Produktbildern, Icons und KI-generierten Texten.

EmpCo ist nicht dasselbe wie die Green Claims Directive

Hier entsteht oft Verwirrung. Die EmpCo-Richtlinie ist bereits beschlossen. Sie ergänzt bestehende Verbraucher- und Wettbewerbsregeln und macht bestimmte irreführende Umweltclaims klarer angreifbar.

Daneben wurde in der EU über eine separate Green Claims Directive diskutiert. Diese sollte freiwillige Umweltclaims noch genauer regeln. Für deinen Shop ist aber schon jetzt sinnvoll: Nachhaltigkeitsclaims sollten sauberer, konkreter und belegbarer formuliert werden.

Du nutzt Nachhaltigkeitsclaims, Badges oder KI-Texte im Shop?

EcomFabrik unterstützt dich dabei, Produktkommunikation, KI-Texte, Shopstruktur, Vertrauen und SEO sauberer aufzubauen – damit dein Shop nicht nur gut aussieht, sondern klarer und glaubwürdiger wirkt.

Was bedeutet Greenwashing im Shop-Alltag?

Greenwashing bedeutet: Ein Produkt, eine Marke oder ein Unternehmen wirkt umweltfreundlicher oder nachhaltiger, als es tatsächlich belegt werden kann.

Im Onlineshop passiert das oft nicht aus böser Absicht. Viele Händler:innen verwenden Begriffe, die sie selbst als positiv und ehrlich empfinden. Das Problem ist: Kund:innen können daraus mehr verstehen, als tatsächlich gemeint oder belegbar ist.

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Vage Umweltbegriffe

Ein Produkt wird als „umweltfreundlich“ bezeichnet, ohne zu erklären, warum.

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Unklare Kategorien

Eine Kategorie heißt „nachhaltige Produkte“, obwohl nur einzelne Verpackungsteile recycelt sind.

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Klimaneutral-Claims

Ein Produkt wird als „klimaneutral“ beworben, obwohl die Aussage vor allem auf CO₂-Kompensation beruht.

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Eigene grüne Badges

Ein eigenes Badge sieht aus wie ein offizielles Siegel, obwohl es nur intern gestaltet wurde.

Welche Aussagen werden 2026 besonders kritisch?

Besonders kritisch werden allgemeine Umweltclaims, wenn sie nicht klar spezifiziert oder belegt sind. Dazu gehören zum Beispiel:

  • nachhaltig
  • umweltfreundlich
  • grün oder eco
  • ökologisch oder natürlich
  • klimaneutral, CO₂-neutral oder klimapositiv
  • biologisch abbaubar
  • recycelbar oder plastikfrei
  • bewusst produziert
  • besser für die Umwelt
  • ressourcenschonend

Das bedeutet nicht automatisch, dass jedes dieser Wörter immer verboten ist. Aber je allgemeiner die Aussage ist, desto genauer musst du erklären können, worauf sie sich bezieht.

Die moderne Regel für Shoptexte lautet: Weg von großen grünen Begriffen. Hin zu konkreten, überprüfbaren Informationen.

Der wichtigste Unterschied: Claim oder konkrete Information?

Der Unterschied zwischen riskanter Werbung und guter Information liegt oft in der Genauigkeit.

Schwach

„Unsere Verpackung ist umweltfreundlich.“

Besser

„Unsere Versandverpackung besteht laut Herstellerangabe zu 80 Prozent aus recyceltem Papier.“

Schwach

„Nachhaltige Mode für bewusste Kund:innen.“

Besser

„Dieses T-Shirt besteht aus 100 Prozent Bio-Baumwolle nach dem angegebenen Zertifizierungsstandard. Die genaue Zertifizierung findest du in den Produktdetails.“

Warum „klimaneutral“ besonders heikel ist

Aussagen wie „klimaneutral“, „CO₂-neutral“ oder „klimapositiv“ sind besonders sensibel, wenn sie auf Kompensation beruhen.

Für Shops heißt das: Sei sehr vorsichtig mit „klimaneutral“-Werbung. Prüfe vor solchen Aussagen: Bezieht sich die Aussage auf Produkt, Verpackung, Versand oder das ganze Unternehmen? Wird CO₂ tatsächlich reduziert oder nur kompensiert? Wer bestätigt die Angabe? Gibt es belastbare Nachweise?

In vielen Fällen ist es besser, konkrete Maßnahmen zu nennen. Zum Beispiel: „Wir vermeiden zusätzliche Kunststoffverpackung“ oder „Wir bündeln Lieferungen, wenn mehrere Bestellungen zusammengehören.“

Nachhaltigkeitssiegel und eigene Badges

Viele Shops nutzen eigene Labels wie „Eco Choice“, „Green Product“, „Sustainable Selection“ oder „Conscious Product“. Das kann gut aussehen, ist aber riskant, wenn Kund:innen den Eindruck bekommen, es handle sich um ein unabhängiges oder anerkanntes Siegel.

Wenn du eigene Badges nutzt, solltest du sehr deutlich erklären, was sie bedeuten.

Schwach

Ein grünes „Eco Choice“-Icon ohne Erklärung.

Besser

„Unsere interne Kennzeichnung: Produkte mit diesem Hinweis enthalten mindestens 70 Prozent recyceltes Material. Kein externes Zertifikat.“

Produktseiten, Kategorien, Ads und Social Media prüfen

Produktseiten sind besonders relevant, weil dort die Kaufentscheidung passiert. Genau dort dürfen Umweltclaims nicht vage bleiben.

Prüfe aber nicht nur Produkttexte. Auch Kategorieseiten, Banner, Landingpages, Instagram-Posts, Ads, Newsletter, Bildtexte, Alt-Texte und Icons können Greenwashing-Risiken enthalten.

  • Produktnamen mit „eco“, „green“ oder „nachhaltig“
  • Produktbadges ohne Erklärung
  • Materialangaben ohne Nachweis
  • Versprechen wie „gut für die Umwelt“
  • unklare Verpackungsaussagen
  • KI-generierte Produkttexte mit übertriebenen Nachhaltigkeitsformulierungen

KI-Texte: ein neues Greenwashing-Risiko 2026

Viele Shops nutzen KI für Produkttexte, SEO, Ads, Newsletter und Social Media. Das spart Zeit, kann aber Greenwashing-Risiken verstärken.

KI formuliert oft glatt und werblich. Typische Sätze wie „nachhaltig produziert“, „umweltfreundliche Alternative“ oder „gut für dich und den Planeten“ klingen modern, sind aber oft zu vage.

Ein besserer Prompt wäre:

„Formuliere den Produkttext ohne pauschale Nachhaltigkeitsversprechen. Verwende nur konkrete Angaben zu Material, Verpackung, Wiederverwendbarkeit und Herstellerangaben. Keine Begriffe wie nachhaltig, umweltfreundlich oder klimaneutral ohne Beleg.“

KI kann also nicht nur Risiko erzeugen, sondern auch helfen, Risiken zu erkennen – wenn du sie richtig einsetzt.

Du nutzt KI für Produkttexte oder Ads?

Dann solltest du Prompts und Prüfprozesse so aufbauen, dass keine unbelegten Umweltclaims entstehen. Genau hier kann eine klare KI-Strategie für deinen Shop helfen.

Was Shops jetzt konkret vorbereiten sollten

01

Umweltbegriffe suchen

Durchsuche Produktseiten, Kategorien, Banner, FAQs, Newsletter-Vorlagen, Ads und Alt-Texte nach Begriffen wie nachhaltig, grün, eco oder klimaneutral.

02

Aussagen präzisieren

Frage bei jeder Aussage: Was genau ist gemeint? Produkt, Verpackung, Versand, Material, Herstellung oder Unternehmen?

03

Nachweise sammeln

Sammle Zertifikate, Herstellerangaben, Materialdatenblätter, Lieferantendokumente, Verpackungsinformationen und Prüfberichte.

04

Badges prüfen

Eigene Icons und Labels dürfen nicht aussehen wie offizielle Zertifikate, wenn sie nur interne Kennzeichnungen sind.

05

CO₂-Aussagen prüfen

Begriffe wie klimaneutral, CO₂-neutral oder klimapositiv sollten besonders vorsichtig und rechtlich geprüft verwendet werden.

06

KI-Workflows anpassen

Ergänze deine Prompts um klare Grenzen: keine unbelegten Umweltclaims, keine pauschalen Nachhaltigkeitsversprechen, keine Übertreibungen.

Gute Formulierungen für moderne Shopkommunikation

Statt „nachhaltig“ kannst du konkreter schreiben:

  • aus recyceltem Papier
  • wiederverwendbar
  • nachfüllbar
  • langlebig nutzbar
  • aus zertifizierter Bio-Baumwolle
  • mit austauschbaren Ersatzteilen
  • Verpackung laut Herstellerangabe aus 80 Prozent Recyclingmaterial

Statt „klimaneutral“ kannst du schreiben:

  • Wir reduzieren Verpackungsmaterial, wo es möglich ist.
  • Wir vermeiden unnötige Teilsendungen.
  • Emissionen werden laut Anbieter kompensiert; der Versand ist dadurch nicht emissionsfrei.

Checkliste: Greenwashing-Risiko im Shop prüfen

Prüfe diese Punkte vor der Veröffentlichung:

  • Stehen im Shop Begriffe wie nachhaltig, grün, eco oder umweltfreundlich?
  • Ist bei jeder Aussage klar, worauf sie sich bezieht?
  • Gibt es Nachweise für Material-, Verpackungs- oder Umweltangaben?
  • Sind Siegel offiziell oder nur intern gestaltet?
  • Wird erklärt, was ein Badge bedeutet?
  • Gibt es Aussagen zu klimaneutral, CO₂-neutral oder klimapositiv?
  • Beruhen diese Aussagen auf Kompensation?
  • Sind Kategorieseiten, Banner und Landingpages geprüft?
  • Sind Social-Media-Posts und Ads sauber formuliert?
  • Sind KI-generierte Texte auf Umweltclaims geprüft?
  • Sind Lieferantenangaben dokumentiert?
  • Wurde im Zweifel juristisch geprüft?

Passende EcomFabrik-Angebote

Greenwashing-Prüfung hängt eng mit Produkttexten, KI, SEO, Vertrauen und Shopstruktur zusammen. Diese Bereiche passen gut dazu:

Fazit: Nachhaltigkeit muss 2026 konkreter kommuniziert werden

Die EmpCo-Richtlinie bedeutet nicht, dass Shops nicht mehr über Nachhaltigkeit sprechen dürfen. Sie bedeutet aber, dass allgemeine und unbelegte grüne Aussagen riskanter werden.

Für Onlinehändler:innen heißt das: Weniger große Begriffe. Mehr konkrete Angaben. Weniger Fantasie-Siegel. Mehr Nachweise. Weniger „klimaneutral“-Versprechen. Mehr ehrliche Erklärung.

Das ist nicht nur eine rechtliche Aufgabe. Es ist auch eine Vertrauensfrage. Kund:innen werden kritischer. Sie wollen verstehen, was wirklich hinter einer Aussage steckt.

Häufige Fragen

Was bedeutet die EmpCo-Richtlinie für Onlineshops?

Sie macht irreführende Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen riskanter. Shops sollten Umweltclaims konkreter formulieren, Nachweise dokumentieren und vage Begriffe wie „nachhaltig“ oder „umweltfreundlich“ nicht ohne Erklärung verwenden.

Sind Begriffe wie „nachhaltig“ oder „umweltfreundlich“ verboten?

Nicht automatisch. Aber allgemeine Umweltclaims müssen klar erklärt und belegbar sein. Je pauschaler die Aussage ist, desto höher ist das Risiko.

Warum sind eigene grüne Badges riskant?

Eigene Badges können wie offizielle Siegel wirken. Wenn sie nur interne Kennzeichnungen sind, muss klar erklärt werden, was sie bedeuten und dass kein externes Zertifikat vorliegt.

Was sollten Shops mit KI-Texten beachten?

KI-Texte sollten gezielt geprüft werden, weil KI oft pauschale Nachhaltigkeitsversprechen formuliert. Prompts sollten klare Grenzen enthalten: keine unbelegten Umweltclaims und keine Begriffe wie klimaneutral ohne Nachweis.

Deine Shopkommunikation soll klarer und glaubwürdiger werden?

Dann lohnt sich ein genauer Blick auf Produkttexte, Badges, Nachhaltigkeitsclaims, KI-Texte und Vertrauenselemente. Klare Kommunikation ist langfristig stärker als schöne, aber unklare Nachhaltigkeitsversprechen.